Eritrea : kleines Land mit Hoffnungsschimmer

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Eritrea : kleines Land mit Hoffnungsschimmer – Hans-Ulrich Stauffer


Der letzte UN-Bericht zeichnet noch ein düsteres Bild von dem Land am Horn von Afrika. Aber jüngst mehren sich Hinweise, dass der junge Staat Eritrea lange nicht so schlecht ist wie sein Ruf.

Der Schweizer Jurist Hans-Ulrich Stauffer ist in seiner Jugend durch die 68er Bewegung politisiert worden. Vor allem die Arbeit gegen Rassismus und die noch bestehenden Kolonien in Afrika hatten es ihm angetan. So fuhr er denn 1974 mit seiner Freundin und heute noch Lebensgefährtin zum ersten Mal nach Afrika. Vier Monate reisten sie durch Westafrika, nächtigten die meiste Zeit irgendwo draußen, erlebten spannende Dinge und brachten leider auch Gelbsucht und Malaria als „Souvenirs“ mit nach Hause. Das tat Stauffers Begeisterung für Afrika aber keinen Abbruch.

Schon vor seiner ersten Reise dorthin war er im Kontakt mit afrikanischen Befreiungsbewegungen – über die Weltkirche ging das einfach.

Hans-Ulrich Stauffer

Mit Eritrea hat sich Hans-Ulrich Stauffer seit 1970 beschäftigt. Er korrespondierte mit der dortigen Befreiungsbewegung, später auch mit äthiopischen Oppositionsparteien und Befreiungsbewegungen. Er war internationaler Wahlbeobachter in Mocambique, Südafrika und Eritrea (beim Referendum 1993) und ist seit 1976 Mitherausgeber der Zeitschrift Afrika-Bulletin.

Die Bewunderung für die Disziplin und Leistungsfähigkeit der EritreerInnen ist noch heute ein wichtiger Antrieb für sein Engagement. Stauffer ist der Meinung – und damit nicht allein -, dass Eritrea durch die UN, durch Amnesty International und viele andere Organisationen und auch Länder ungerecht beurteilt wurde. Er hat auf seinen bislang acht Reisen nach Eritrea und durch vielfältige Recherchen einen durchaus differenzierten Eindruck von dem jungen Staat gewonnen und leugnet nicht, dass vieles im Argen liegt. Aber er sieht auch viele Errungenschaften der Eritreer und ist der Meinung, dass das Land eine Chance verdient hat: Wenn sich die Weltgemeinschaft für einen verlässlichen Frieden zwischen Äthiopien und Eritrea einsetzen würde, wäre schon vieles gewonnen. Dann könnte eine respektvolle wirtschaftliche Unterstützung dem Land, so hofft er, auch auf einen wirklich demokratischen Kurs helfen.

Literaturhinweis:
Hans-Ulrich Stauffer: Eritrea – der zweite Blick. Rotpunktverlag, Zürich 2017
Redaktion: Gundi Große